Eine zweite Sonne

Viele

unserer Tätigkeiten sind wetterabhängig, etwas Sonne und milde Wärme entspannen uns und steigern das Wohlgefühl. Raue klimatische Verhältnisse dagegen verlangen vielen Unternehmungen mehr Vorbereitung ab. In unserer Befragung wurde immer wieder nach mehr Sonnenstunden verlangt. So haben wir diesen brennenden Wunsch aufgenommen und am Projekt „Eine zweite Sonne“ gearbeitet. Ziel war, Objekte zu entwickeln, die einem Ort oder einer Person mehr Licht und Wärme verschaffen, als von der Natur gegeben. Infrarotstrahler, die bereits in Kirchenräumen oder unter Schirmen vor Cafés genutzt werden, dienen uns als Wärme- und Lichtquelle, unbemannte Flugobjekte als Träger, um das Objekt beweglich zu halten. Dabei stand die Frage am Anfang, wie groß der wärme-substituierte Bereich werden kann. Soll ein ganzer Stadtteil zusätzlich illuminiert werden, muss sich das Objekt in großer Höhe befinden und benötigt viel Energie, um seine Aufgabe zu erfüllen. Denkbar ist ein Zeppelin, der mit einer Batterie von Infrarotheizstrahlern arbeitet. Geht es dagegen um die Stadtmeile mit den Straßen-Cafés, den Biergarten oder die Kirmes, die ihre Gäste mit mehr Licht und Wärme versorgen, kann sich das Objekt in geringerer Höhe befinden, benötigt weniger Energie und kann dadurch kleiner und leichter sein. Denkbar ist hier die Nutzung von Drohnen (unbemannten Flugobjekten), die zum jetzigen Stand der technischen Entwicklung eine Traglast von etwa fünfundzwanzig Kilo besitzen. Eine kleine Armada von Lichtdrohnen, über Tag im zentralen Hangar mit Energie geladen, fliegt am Abend in die gefragte Region, nimmt ihre Arbeitsplätze ein, wärmt und erhellt die Zone. Technisch am leichtesten umsetzbar ist eine personengebundene Sonne, ein kleines Objekt, welches jeweils einen Passanten begleitet und unterstützt. Kleine Drohnen begleiten einen Passanten durch die Nacht, fliegen zwei bis drei Meter über ihm und erhellen und wärmen seinen bewegten Umraum. Bei Regen kann das Objekt unter einem Schirm befestigt werden, der über der unterstützten Person schwebt. Das Flugobjekt ist dabei mit einem Sensor auszustatten, der im Kontakt mit einem kleinen Sender am Körper der Zielperson ist.